ETFs (Exchange Traded Funds)

ETFs (Exchange Traded Funds) oder auch Indexaktien genannt, sind eine Sonderform von Indexfonds. Das sind Wertpapiere mit einer hohen Risikostreuung gegenüber Einzelaktien, da sie ein vorher festgelegtes Portfolio eines Index bilden. Die Entwicklung des Index, auf welcher die ETFs basieren, bilden die Grundlage für die Wertentwicklung der ETFs bzw. der Indexaktien. Das heißt, eine Indexaktie auf Basis DAX entspricht – wenn ihr Anteilswert einem Hundertstel des Indexstandes voraussetzt – 60 Euro wenn der DAX bei 6000 Punkten notiert.

Diese Form des Wertpapierhandels wurde Mitte der 90er Jahre in den USA entwickelt und erfreut sich dort großer Beliebtheit und ist fest etabliert. In Deutschland werden ETFs seit April 2000 auf der elektronischen Handelsplattform Xetra gehandelt. Die Vorteile der ETFs sind unter anderen geringe Kosten, durch passives Management sind die Verwaltungsgebühren sehr niedrig – das bedeutet, dass kein Fondsmanager aktiv für oder gegen eine Aktie entscheiden muss, ein Computerprogramm bildet den Wert des Index eins zu eins nach. Weitere Vorteile sind: Im Vergleich zu herkömmlichen Fonds fallen beim Erwerb eines Fondsanteil von ETFs keine Ausgabeaufschläge an, da sie über die Börse gekauft werden. ETFs können ebenfalls wie Aktien permanent gehandelt werden, also für den Anleger die Möglichkeit, flexibel auf Marktsituationen zu reagieren. Ein weiterer Vorteil findet sich in der Transparenz von ETFs, da sie den Index exakt wiederspiegeln und somit sämtliche Faktoren wie Börseninformationen, Handelsvolumen, aktueller Kurs usw. jederzeit einsehbar sind. ETFs haben auch keine Laufzeitbegrenzung.

Den vielen Vorteilen stellt sich gegenüber, dass die ETFs, da sie eine Abbildung eines Index darstellen, die Entwicklung des zugrundeliegenden Indexes nicht übertreffen können. Da ETFs die Vorzüge von klassischen Fonds auf der einen und die der Aktien auf der anderen Seite vereinen, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich in den letzten Jahren einer großen Aufmerksamkeit auch in Deutschland erfreuen und viele Anlageformen längst überholt haben.

Die Urväter von passiven Investmentstrategien sind bereits im Jahre1900 zu finden, der französischer Mathematiker Bachelier untersuchte die Bewegung von Aktienkursen und erbrachte den Nachweis, dass die Chancen besser zu sein als der Markt, bei exakt 50% liegen.

1952 wurde vom US-amerikanischen Ökonom Harry Markowitz der Ansatz der Diversifikation aufgegriffen und in seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit mathematischen Methoden auf dem Wertpapiermarkt. Er entwickelte Berechnungsmethoden für die Klassifikation von Portfolios. In der Folge entstand im Laufe der Zeit 1971 der erste Indexfond durch Anregung von Samsonite Junior, der Schüler des Herrn Markowitz war. Er hatte die Idee, einen Markt möglichst exakt nachzubilden, und es gelang ihm mit den damals 1500 gelisteten Werten der New York Stock Exchange.

Die weiteren Bemühungen, die Märkte für Anleger optimal zu gestalten fußten schließlich 1993 mit den ersten kommerziellen ETFs an der American Stock Exchange. Im April 2000 nahm der ETF-Handel schließlich auch in Deutschland, Großbritannien, Israel, der Schweiz und Schweden seinen Lauf. Nach siebenjährigen Handel mit ETFs hat sich das Volumen in Europa um das hundertfache auf etwa 78 Milliarden Euro erhöht. Im Oktober 2007 gab es in Deutschland rund 264 verschiedene ETFs zu kaufen. Eine Anlageform, die man sicherlich in Erwägung ziehen sollte.